Das sprechende Geländer


Gewidmet Jeanne d´Arc, Hildegard von Bingen und Luitgard von Wittichen

Ein Geländer für eine marianische Wallfahrtsstätte - hier "Maria in der Tanne", Triberg, Schwarzwald


"Des Menschen Tat, die zu Gott strebt, wird strahlen am Himmel..."
Aus "Liber vitae meritorum", das "Buch der Lebensverdienste"; Gott an Hildegard von Bingen         

"Denn schon seit Erschaffung der Welt kenne ich dich, o Mensch. Dennoch will ich deine Tage in Bezug auf deine Taten betrachten, ihren Nutzen beurteilen und deine Werke sorgfältig und sehr genau prüfen.....
Und die Erkenntnis Gottes untersucht, wer sich zu einer Tat rührt, und wer nicht. Denn sie kennt den Wert eines jeden seinem Eifer gemäß..."
Aus "Liber Scivias", das "Buch Wisse die Wege"; Gott an Hildegard von Bingen         

Hierzu ergänzend siehe auch Meditation: "Des Menschen Tat, die zu Gott strebt, wird strahlen am Himmel..."


(Die komplette 3D-Konstruktion des Geländers liegt im "TurboCAD"-Format - ".TCW" - dem Verfasser vor).


Ein schmiedeeisernes Geländer - schmiedeeiserne Objekte prägten besonders das Bild im diese Kirche kennzeichnenden Baustil des Barock - soll nicht nur einen simplen marianischen und barocken Bezug herstellen, sondern auch noch auf die 9 großen, bezeugten und nachgewiesenen/untersuchten Marienerscheinungen der Neuzeit - also seit ca. 1500 - in passender, informativer Art und Weise hinweisen; deswegen "sprechendes Geländer".
Das Geländer mit den beiden Motivbereichen (Vorderseite)
Ein erster Eindruck des Geländers durch einen Blick von der Turmgegend der Wallfahrtskirche auf die dem Fußgänger zugewandte "Vorderseite" des Geländers mit schwarz-glänzender Grundlackierung:
Das Geländer besteht also aus 2 Bereichen - einem Rosetten- und einem Kreuzbereich - mit jeweils 9 Segmenten, entsprechend den 9 betroffenen Marienerscheinungen.
Parallel zum Handlauf erstrecken sich der obere und der untere Geländerlauf (siehe nächstes Bild), zwischen denen die in der Mitte mit einer Umdrehung gewendelten senkrechten Streben befestigt sind. Um die Motive - Kreuz und Rosette - an ihnen gut befestigen zu können, sind dort die gewendelten Bereiche mit nur einer halben Umdrehung in die beiden freien Endbereiche der Streben verlegt.

Die Vergoldung im Wendelbereich ergibt bei beliebigem Lichteinfall und bei beliebiger Betrachtungsentfernung immer einen glitzernd-glänzenden, flirrenden Gesamteindruck.
Durch die Anzahl und den Abstand der senkrechten Streben zueinander kann die Länge des Geländers (hier ca. 40m) ohne Aussageveränderung sehr gut den Gegebenheiten angepasst werden. Man könnte auch einfach durch weitere Geländerbereiche, die nur aus solchen Streben bestehen, die Länge des Geländers stimmig und reizvoll ergänzen bzw. festlegen oder anpassen.

Zu den Motivsegmenten; zunächst zum Rosettenmotiv (zuerst die Vorderseite):
Ein typisches Marienmotiv ist sicher die Rose; in den großen gotischen Kathedralen des Mittelalters begeistern sie als wundervollste, unvergleichliche "Rosetten" (Rosettenfenster).
Das tlw. vergoldete Rosettenmotiv (Vorderseite)
Das vorliegende Motiv ist stark vereinfacht und verkleinert der Westrose des Straßburger Münsters nachempfunden, allerdings mit nur 9 Rosenblättern entsprechend der Anzahl der berücksichtigten Marienerscheinungen. Der Radius des kleinstmöglichen gotischen Spitzbogens, der einerseits tangential zum geraden Blatteil und andererseits genau im Schnittpunkt der Winkelhalbierenden (hier 360°/9/2=20°) der Rosenblattöffnung mit dem äußeren Umkreis (hier 70cm Durchmesser minus Materialdicke des Rosettenaußenkreises) verlaufen muss, wurde hergeleitet und berechnet (Anzahl der Rosettenblätter:
n > 4 und n Element von Ν)
.

Um die Rosette als marianisches Motiv besser hervorzuheben, wurde ein etwas helleres, sattes ("marianisches") Blau gewählt, zur Steigerung des optischen Eindruckes bei Nacht mit phosphoriszierendem Lack beschichtet; die Rosetten leuchten also einige Stunden der beginnenden Nacht blau.
Die durch die Materialdicke gebildete Vorderfläche der Rosettenblätter ist vergoldet (goldene Rosen sind starke marianische Motive).

Die Rückseite der Rosette ist ausschließlich in phosphoriszierendem Blau gehalten.
Das blau phosphoreszierende Rosettenmotiv (Rückseite)
Da diese Seite aus größerer Entfernung gut sichtbar ist, dürfte der Eindruck bei Nacht entsprechend reizvoll ausfallen.

Zum Kreuzmotiv:

Im Kreuzmotiv erkennt man leicht die Fläche für die schon erwähnten Informationen über die 9 Marienerscheinungen; die Infos sind in folgendem Format optimal erfasst:
1) Jahreszahl der Erscheinung; 2) Ländername; 3) Ortsname (ist am bekanntesten), vergrößerter Schriftzug; 4) Name(n) oder Anzahl (wenn > 3) der Seher.
Das vorne ganzflächig vergoldete Kreuzmotiv (hier Version Guadalupe)
Auf der "Vorderseite" ist das Kreuz ganzflächig vergoldet. Die Schrift kann eingeprägt oder auch für stärkeren Kontrast in anderer Farbe (schwarz) dauerhaft eingebracht werden.
Auf dieser Seite ist beispielhaft die Erscheinung in
1) Guadalupe, Mexiko, dargestellt. Als weitere Erscheinungen wurden aufgenommen:
2) Paris, La Salette, Lourdes
3) Pontmain, Knock, Fatima
4) Beauraing, Banneux


Das Kreuz wird auf den Vorderflächen von Wendelstreben und inneren Geländerläufen optisch hervorgehoben befestigt.

Das hinten ganzflächig weiß phosphoreszierende Kreuzmotiv
Auch hier ist zur Steigerung des optischen Eindruckes bei Nacht die Rückseite des Kreuzes mit phosphoriszierendem Lack beschichtet, hier ausschließlich in phosphoriszierendem Weiß. Die Rückseiten strahlen also ebenfalls einige Stunden der beginnenden Nacht unübersehbar weiß in die Umgebung.


Natürlich kann man sich eine Geländerausführung mit abwechselndem Rosetten- und Kreuzmotiv vorstellen (oder auch andere Reihenfolgen).
Ausführung mit abwechselndem Kreuzmotiv und Rosettenmotiv (Vorderseite)


Zusammen mit den blau strahlenden Rosetten eine besondere, leuchtende Botschaft für die Ferne (und Nähe) bei Nacht. Tagsüber dürfte der flirrende Glanz der vergoldeten Flächen diesen individuellen, wertvollen Eindruck sehr schön ergänzen, der im informativen Nahbereich hält, was er aus der Ferne verspricht.


Übergangsbereich Kreuzmotiv zu Rosettenmotiv (Vorderseite)
Ausführung mit abwechselndem Kreuzmotiv und Rosettenmotiv (Vorderseite),
angedeutetem Rosenbogen und Handlaufversteifungen (rechts)

Ein Rosenbogen (mit vergoldeten Rosenblüten?) - hier nur angedeutet - mit dem Kreuzmotiv aus der Rückseite der "Wundertätigen Medaille" (oben) würde das Geländer von der Aussage optimal unterstützen wie auch die vergoldeten Handlaufversteifungen in Gestalt eines spiegelsymmetrischen, doppelten und liegenden "J", das auf das Oberhaupt der Heiligen Familie, den Hl. Josef, hindeutet.



zu Wallfahrtskirche "Maria in der Tanne" zu Triberg/Schwarzwald





Hintergrundgrafik dieser Seite: Villinger Münster, links (Dekanat Villingen) - Freiburger Münster, rechts (Erzdiözese Freiburg)




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