Zur Technikübersicht und zu sonstigen Hintergründen siehe
Tonträgerprojekte
Bei Orgelmusik denken sicher viele an ausschließlich langsam-schleppend getragene, immer
ähnlich klingende Töne; oder es werden bekannte Melodien auf Orgel runtergespielt. Natürlich
stellt man sich auch besonders tiefe, mächtige Töne vor.
Diese Auswahl bestätigt das letzte und widerlegt die Annahme des ersten in überzeugender
Art und Weise. In einigen Titeln noch mit Bläser - nicht nur Blechbläser - angereichert,
führt diese Musik zu schierer Begeisterung; auch auf der Titelquellenseite, bei der
in diesen CD-Projekten zum ersten Mal absolut exzellente analoge Direktschnitte
digitalisiert wurden! Von überragenden, schier atemberaubenden Telarc-Klassikern über
eine Aufnahme mit Symphonieorchester (Saint-Saëns) bis zu einer alten, absolut
faszinierenden und kleinodigen Aufnahme zusammen mit Blockflöte(!) ergibt sich hier
eine der Orgel gebührende, unvergleichliche Bandbreite musikalischer Ereignisse, die
somit nicht nur auf der Vielfalt der hier ausgesuchten Kompositionen basiert.
Unsere Schallplatten- und - allerdings in nur 2 Exemplaren vorliegenden, auf üblichem
Wege nicht erhältlichen - CD-Bestände versprachen
da in kompositorischer wie in klanglicher Hinsicht Exklusives:
Hier wird nicht nur "rumgebrummelt" oder mit extremen Dynamik- und Pegelverhältnissen
geklotzt, die klanglich nur durchschnittlich - um nicht zu sagen: nervig - aufgenommen
werden konnten.....
Zur Wiederholung:
Hier sollen wieder Titel Einzug finden, die, kurz und einfach gesagt, Eindruck hinterlassen,
und zwar in jeder Hinsicht (Melodie, Interpretation ("I"), Klangqualität ("K").....).
Die Titel(-quellen-)liste, die jeder 2fach-CD beiliegt, erhalten Sie unter
Musiktitel(-quellenangaben).
Einige wenige Knisterer, die beim Alter und Gebrauch bzw. schon in der
Produktion einiger Schallplatten nahezu unvermeidlich sind, wurden nicht
digital eliminiert!
Zum Titelbild der CD`s,
das natürlich jede CD von außen ziert: Die Orgel von St. Urban, Schonach.
Die Rückseite des Titelbildes der CD`s: Hinweise für
nähere Infos.
Kurze Hörproben wurden hier nicht erstellt, weil sie der Bandbreite dieser Klänge
meist nicht einmal annähernd gerecht sein könnten!
Folgende Titel wurden berücksichtigt (Interpretation=I; Klangqualität=K;
Schulnotensystem 1-6):
CD 1 v. 2
1) „Großer Gott wir loben dich“; Ambrosianischer Lobgesang
Eine hübsche Interpretation des bekannten, melodiösen Kirchenliedes für den Einstieg;
ordentlich klingende Aufnahme; etwas hart und wenig offen, verhangen; wenig dynamisch;
leichte Oberflächengeräusche;
I2,25; K2,75
2) „Te deum“;M.-A. Charpentier
Der Gassenhauer ist auch über die Orgel ein Ohrenschmaus;
Oberflächengeräusche; hart und kompakt, aber bei welchem Alter der
Aufnahme!
I2,25; K3,5
3) „Trumpet Voluntary“; J. Clarke
Immer wieder ein unvermeidlicher Orgelklassiker;
klanglich wie unter 1);
I2,25; K2,75;
4) „Toccata, Symphonie V“ ; C.-M. Widor
Bei diesem nicht alltäglichen Orgelklassiker geht´s hier "zur Sache"; der erste Hochpunkt
hier, die Orgelbandbreite kann sich sehr schön zur Geltung bringen; toll gespielt!
Eine typische Telarc! Differenziert, natürlich weich, dynamisch, breitbandig, räumlich und
elastisch; erreicht dennoch nicht ganz die größte Telarc-Klasse!
I1; K1,25
5) „A Trumpet Tune“; H. Purcell
Es gilt Ähnliches wie unter 3);
klanglich etwas besser; elastischer, breitbandiger, offener, dynamischer, räumlicher;
I1,75; K2,25
6) 5 Titel aus „Musique héroique ou 12 marches“; G. P. Telemann
Absolut mitreißende Musik an der super klingenden Villinger Sandtner-Orgel mit Solotrompete;
die CD erhält man nicht in den üblichen Geschäften; super gespielt!
Erstaunlich gut klingende Aufnahme; etwas distanziert, die Trompete etwas stumpf und zu
sehr im Vordergrund;
I1; K1,75
7) „Scherzo“; E. Gigout
Eher leise Komposition, sehr reizvoll! Etwas Wertvolles zum "Luftholen";
klanglich siehe Nr. 4);
I1; K1,25
8) „Fanfare“; N. J. Lemmens
Schluss mit Luftholen; sehr phantasiereiche Fanfare, ein eher unbekannter "Fetzer";
klanglich siehe unter 4);
I1; K1,25
9) „Feierl. Einzug d. Ritter d. Johanniterordens“; R. Strauss
Beginnt mit sanftem, tiefem "Gebrummel" und endet in einem Klangrausch; der
exzessive Nachhall des Kölner Domes tut ein übriges.....man kommt sich mickrig vor.....
Klanglich wurde die sicher nicht einfache Aufgabe sehr gut bewältigt! Kompliment!
I1; K1,5
10) „Toccata & Fuge d-moll“; J. S. Bach
Der absolute Orgelhit von Bach als Schlusspunkt der ersten CD! Eine
Hammer-Superaufnahme!
Klanglich eine der allergrößten Telarcs! Mit Soundstream-Maschine und Schöps-Mikrofonen,
also die unübertroffene Klassikerkombination! Vorführaufnahme! Die Klangbenotung kann leider
nicht erweitert werden.....kann sehr gut laut angehört werden!
I1; K1
CD 2 v. 2
1) „Fanfare aus „Also sprach Zarathustra““; R. Strauss;
Ein rasanter Einstieg in die zweite CD! Quasi eine überragende Liveaufnahme!
Ein Direktschnitt von Crystal Clear; der Name des Labels ist Programm für die
Klangqualität; sehr räumlich, differenziert und dynamisch; kristallklar aber nicht
überpräsent! Aus den späten 70ern! Absolut exzellent! Wenige Knisterer am Anfang spielen
(fast) keine Rolle!
I1; K1,25
2) „Trumpet Tune & Airs“; C. J. Stanley
Melodie, Komposition, Klasse; rel. unbekannt, ein nicht alltägliches Hit-Werk!
Klanglich wie unter 1); Direktschnitt!
I1,25; K1
3) „Tochter Zion, freue dich“; G. F. Händel
Als Entspannung ein Allzeithit der Klassik; weniger wäre aber teilweise mehr gewesen;
klanglich siehe Nr. 5 der ersten CD;
I2; K2,25;
4) „Rondeau“; J. J. Mouret
Und schon der nächste (Direktschnitt-)Orgelsuperhit!
klanglich siehe Nr. 2);
I1; K1
5) „Chaconne“; L. Couperin
Ein alter Klassiker der Orgeltitel! Hier absolut berauschend interpretiert!
klanglich siehe Nr. 2);
I1; K1
6) „Marche“ aus der „Flötenuhr“; J. Haydn
Jetzt aber Entspannung mit diesem leisen Kleinod; meisterhaft!
sehr gute Aufnahme, mit der die Pressung nicht mithalten kann (Oberflächengeräusche);
I1; K1,75
7) „Incantation“; J. Langlais
Die Aufnahme erinnert etwas an die "Kölner" von CD1 (Nr. 9); prächtige Klangfarben über die
ganze Dauer des Titels! Noch wuchtiger als jene!
Das Klangkompliment für jenen Titel kann man hier mehr als wiederholen!
I1; K1,5
8) 3 Titel aus der „Suite D-Dur“: „Rondeau“ und „Hornpipe“ und „Gigue“;
J. Clarke
Als Kommentar zitiere ich aus einer anderen CD-Besprechung hier: Die "Sahnestücke" aus dem bekannten, faszinierenden Titel; perfekt dargeboten, die
klanglich schönste mir bekannte Orgel vom Villinger Münster inklusive! Die Trompete steht
bei dieser Aufnahme leider ständig im Vordergrund; die kurze "Hornpipe" ohne Trompete
wurde von mir im Pegel angehoben und ergibt so eine extrem begeisternde, mitreißende
Komposition! Wann gibt´s eine reine Orgelaufnahme der Münsterorgel?! Welch eine Chance
wäre das!
Klanglich erstaunlich gut, natürlich, etwas distanziert und gedeckt;
I1; K1,75
9) „Suite in D für Blockflöte und Continuo“; N. Mattei
Offen gestanden: Dieser Titel ist einer meiner Lieblinge; welch ein leises Kleinod!
Bezaubernd, begeisternd, becircend! Und unbekannt! Ein absolutes Meisterkabinettstück!
Extrem attraktiv!
Die alte Aufnahme ist supergut gelungen! Die Flöte etwas groß, was aber hier völlig
angemessen ist; tolle, direkte Aufnahme, kaum Laufgeräusch; bei diesem Alter!
I1; K1,5
10) „(Molto)Allegro“ aus Symph. Nr. 3 „Orgel“; Saint-Saëns
Der krönende Schlusstitel für die Königin der Instrumente; spätestens wenn Sie
diese Aufnahme gehört haben, wissen Sie, was atemberaubende Musik ist!
Basta!
Eine der allerbesten Telarcs! Wieder mit Schöps-Mikros und Soundstream-Maschine; ein
Wahnsinn! Punkt!
Irgendwelche aktuellen Sampling- oder Bitorgien (SACD) oder alte Superaufnahmen, z. B.
von RCA ("Living Stereo"), erscheinen neurotisch, verkrampft und kaputt! Sie haben
keine Chance!
Kann in Originallautstärke abgehört werden (falls Ihre Anlage dann noch - um es extrem
behutsam auszudrücken - verfärbungsfreie
Musik wiedergibt)! Wenn alles stimmt, denken Sie nach den letzten Takten:
Das gibt`s nicht!
I1; K1
P. S.:
Als winzige Entschädigung, weil Sie das Ding nicht hören können, hier ein kleiner optischer
Eindruck:
Eine Pegelgrafik des digitalisierten LP-Titels;
es gab darin (natürlich) keinen einzigen Knisterer!
Zum Schluss:
Zur Klangqualität:
Die Referenzaufnahmen: CD 1: Titel 10;
CD 2: Titel 10, aber auch 1, 2, 4, 5; diese Titel haben das berühmte Quentchen mehr
Klangqualität gegenüber den anderen, auch sehr guten Aufnahmen.
Zur Musik und Interpretation:
Die Auswahl ist wiederum sicher nicht alltäglich; dennoch stand auch hier natürlich die
Musik im Vordergrund. Die enorme Vielfalt der unterschiedlichsten Klangeindrücke bzw.
Kompositionen ergeben ein quasi überwältigendes akustisches Erlebnis!